Der gesetzliche Mindestlohn beträgt seit dem 1. Januar 2026 13,90 Euro brutto pro Stunde. Für Hamburg nennt die aktuelle BDSW-Entgeltübersicht 15,14 Euro im Objektschutz und Veranstaltungsdienst, 15,32 Euro im Revierwachdienst und in betriebseigenen Notruf- und Serviceleitstellen sowie 16,77 Euro für die aufgeführten geprüften Sicherheitskräfte und Fachkräfte. Lohn und Kundenpreis sind dabei unterschiedliche Größen.
Stand der Prüfung: 6. Oktober 2026. Die frühere Fassung dieses Beitrags enthielt überholte Hamburger Tarifwerte. Die Tabelle und die darauf beruhenden Rechenbeispiele wurden anhand der BDSW-Übersicht mit Stand 1. April 2026 korrigiert. Maßgeblich bleiben der anwendbare Tarifvertrag, seine jeweilige Entgeltstufe und der Arbeitsvertrag.
Wie hoch ist der Mindestlohn im Sicherheitsgewerbe 2026?
Der allgemeine gesetzliche Mindestlohn liegt 2026 bei 13,90 Euro brutto je Zeitstunde. Zum 1. Januar 2027 steigt er auf 14,60 Euro. Grundlage ist die Fünfte Mindestlohnanpassungsverordnung. Sie setzt eine gesetzliche Untergrenze; ein anwendbarer Tarifvertrag oder ein Arbeitsvertrag kann einen höheren Lohn vorsehen.
Ein Tariflohn ist deshalb nicht mit dem gesetzlichen Mindestlohn gleichzusetzen. Für die Einordnung kommt es auf Tätigkeit, Qualifikation, Bundesland, Geltungszeitraum und Tarifbindung an. Gesetzliche Ausnahmen vom Mindestlohn sind gesondert zu prüfen.
Gibt es einen eigenen Branchenmindestlohn für Sicherheitskräfte?
Für das allgemeine Wach- und Sicherheitsgewerbe ist zwischen regionalen Tarifverträgen und einem Branchenmindestlohn nach dem Arbeitnehmer-Entsendegesetz zu unterscheiden. Die BMAS-Übersicht führt die Sicherheitskräfte an Verkehrsflughäfen als eigenen Bereich. Deren Regelungen lassen sich nicht auf jeden Objekt-, Revier- oder Veranstaltungsdienst übertragen.
Ob ein regionaler Tarifvertrag unmittelbar oder aufgrund einer Allgemeinverbindlicherklärung gilt, muss für den jeweiligen Betrieb, die Tätigkeit und den Zeitraum geprüft werden. Eine ältere Erklärung belegt nicht automatisch die heutige Geltung. Bei Fragen zur eigenen Eingruppierung helfen der Arbeitgeber, die Tarifvertragsparteien oder eine fachkundige Beratung.
Was zahlt der BDSW-Tarifvertrag in Hamburg 2026?
Die BDSW-Übersicht mit Stand 1. April 2026 nennt für Hamburg folgende ausgewählte Entgeltgruppen ohne Zulagen. Die angegebene Vertragslaufzeit ist 1. Januar 2026 bis 31. Dezember 2027. Die Laufzeit ist ausdrücklich nicht mit dem Datum einer Entgelterhöhung gleichzusetzen.
| Tätigkeit | Bruttostundenlohn laut BDSW-Übersicht |
|---|---|
| Objektschutz / Separatwachdienst | 15,14 € |
| Veranstaltungsdienst | 15,14 € |
| Revierwachdienst | 15,32 € |
| Betriebseigene Notruf- und Serviceleitstelle | 15,32 € |
| IHK-geprüfte Werkschutzfachkraft / geprüfte Schutz- und Sicherheitskraft | 16,77 € |
| Fachkraft für Schutz und Sicherheit | 16,77 € |
Zwischen den hier aufgeführten Werten für Objektschutz und Fachkraft liegen 1,63 Euro je Stunde. Bei angenommenen 168 vergüteten Stunden ergibt das rechnerisch 273,84 Euro brutto Unterschied, ohne Zulagen. Das ist ein Rechenbeispiel, keine Zusage einer bestimmten Monatsarbeitszeit oder Vergütung.
Welche Zuschläge kommen auf den Stundenlohn?
Für Hamburg weist die BDSW-Tabelle 15 Prozent Nachtzuschlag für 20:00 bis 06:00 Uhr, 50 Prozent Sonntagszuschlag und 100 Prozent Feiertagszuschlag aus. Voraussetzungen, Berechnungsgrundlage und Zusammentreffen mehrerer Zuschläge ergeben sich aus den anwendbaren Regelungen.
Beispiel mit 15,14 Euro Grundlohn: Ein einzelner Zuschlag von 15 Prozent ergibt gerundet 17,41 Euro brutto für diese Stunde. Ein einzelner Zuschlag von 100 Prozent ergibt 30,28 Euro. Daraus lässt sich kein pauschaler Aufschlag auf eine Kundenrechnung ableiten.
Was ändert sich 2027?
Der gesetzliche Mindestlohn steigt auf 14,60 Euro. Daraus folgt jedoch nicht, dass der Hamburger Objektschutz-Tarif auf das gesetzliche Minimum fällt: Schon der in der aktuellen Übersicht ausgewiesene Wert liegt darüber. Welche tariflichen Entgeltstufen 2027 gelten, muss anhand des Tarifvertrags geprüft werden.
Für Beschäftigte sind die zutreffende Lohngruppe und der Zeitraum entscheidend. Auftraggeber sollten bei länger laufenden Bewachungsverträgen prüfen, wie vereinbarte Preisänderungen begründet und mitgeteilt werden. Eine Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohns ist keine pauschale Preisliste für Sicherheitsdienstleistungen.
Warum verdient eine Fachkraft für Schutz und Sicherheit mehr?
Die Fachkraft für Schutz und Sicherheit ist ein Ausbildungsberuf. Sie ist nicht mit der Unterrichtung oder Sachkundeprüfung nach § 34a GewO gleichzusetzen. Diese Nachweise betreffen die Voraussetzungen für bestimmte Bewachungstätigkeiten.
§ 34a GewO nennt Tätigkeiten mit zusätzlicher Sachkundepflicht, darunter Kontrollgänge im öffentlichen Verkehrsraum, Schutz vor Ladendieben, Bewachung im Einlassbereich gastgewerblicher Diskotheken und bestimmte leitende Bewachungsaufgaben. Die erforderliche Qualifikation hängt von der konkreten Tätigkeit ab. Eine pauschale Sachkundepflicht für jede Wachperson oder jeden Geldtransport wäre unzutreffend.
Was bedeutet der Tariflohn für den Preis eines Sicherheitsdienstes?
Der Bruttolohn ist ein Teil der Personalkosten. Hinzu kommen unter anderem Arbeitgeberanteile, Urlaub, Entgeltfortzahlung, Ausrüstung, Einsatzleitung und Verwaltung. Bei mobilen Einsätzen können Fahrzeuge und Fahrzeiten eine weitere Rolle spielen.
Der Kundenpreis richtet sich zusätzlich nach Personalbedarf, Dauer, Leistungsumfang und vereinbarten Zuschlägen. Unsere Kostenübersicht für Sicherheitsdienstleistungen in Hamburg nennt Nettorichtwerte. Der Ratgeber zu Sicherheitsdienst-Kosten erläutert die Kalkulation. Einen konkreten Auftrag kalkulieren wir anhand Ihrer Anforderungen.
Häufige Fragen
Wie viel verdient ein Sicherheitsmitarbeiter in Hamburg 2026?
Die oben verlinkte BDSW-Übersicht unterscheidet mehrere Lohngruppen. Entscheidend sind die tatsächlich ausgeübte Tätigkeit, die zutreffende Eingruppierung und der anwendbare Vertrag. Zuschläge kommen nach dessen Bedingungen hinzu.
Ist der Tariflohn höher als der Mindestlohn?
Die aufgeführten Hamburger Tabellenwerte liegen über der gesetzlichen Untergrenze für 2026. Ein höherer Tarifwert ist aber nur dann eine verbindliche Grundlage für ein Arbeitsverhältnis, wenn die entsprechenden Regelungen anwendbar sind.
Gilt der BDSW-Tarif für jede Sicherheitsfirma?
Das lässt sich nicht allein aus der Branchenzugehörigkeit ableiten. Tarifbindung, vertragliche Bezugnahme und eine gegebenenfalls geltende Allgemeinverbindlicherklärung sind zu prüfen.
Gibt es regionale Unterschiede?
Ja. Für einen Vergleich müssen Bundesland, Tätigkeit, Lohngruppe und Zeitpunkt übereinstimmen. Die Laufzeit eines Tarifvertrags allein zeigt nicht, ab wann ein bestimmter Stundenlohn gilt.
Quellen
- BDSW: Entgeltübersicht, Stand 1. April 2026
- BDSW: Tarifübersichten und Hinweise zur Geltung
- Fünfte Mindestlohnanpassungsverordnung
- BMAS: Branchenmindestlöhne
- § 34a Gewerbeordnung
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