Der gesetzliche Mindestlohn liegt seit dem 1. Januar 2026 bei 13,90 Euro brutto pro Stunde. Im Hamburger Sicherheitsgewerbe zahlt der BDSW-Tarif mehr: 14,60 Euro im Objektschutz, 14,77 Euro im Revierdienst und 16,17 Euro für geprüfte Fachkräfte. Zum 1. Januar 2027 steigt der gesetzliche Mindestlohn auf 14,60 Euro.
Damit passiert etwas, das in der Branche bisher wenig beachtet wird: Der gesetzliche Mindestlohn holt den Hamburger Objektschutz-Tarif genau ein. Wer heute im Objektschutz nach Tarif bezahlt wird, verdient ab 2027 exakt so viel wie das gesetzliche Minimum. Dieser Beitrag ordnet die Zahlen, nennt die Quellen und erklärt, was daraus folgt.
Wie hoch ist der Mindestlohn im Sicherheitsgewerbe 2026?
Für Sicherheitsmitarbeiter gilt 2026 der allgemeine gesetzliche Mindestlohn von 13,90 Euro brutto pro Stunde. Er ist zum 1. Januar 2026 von zuvor 12,82 Euro gestiegen. Zum 1. Januar 2027 folgt die zweite Stufe auf 14,60 Euro. Beide Werte gehen auf den Beschluss der Mindestlohnkommission vom Juni 2025 zurück, den die Bundesregierung per Verordnung umgesetzt hat.
Diese Untergrenze gilt unabhängig von der Tätigkeit. Sie gilt für die Nachtwache auf der Baustelle genauso wie für den Empfangsdienst im Bürogebäude. Was darüber liegt, ergibt sich aus dem Tarifvertrag oder aus dem, was ein Arbeitgeber freiwillig zahlt.
Gibt es einen eigenen Branchenmindestlohn für Sicherheitskräfte?
Nein. Dieser Punkt wird häufig falsch dargestellt. Für das allgemeine Wach- und Sicherheitsgewerbe gibt es derzeit keinen Branchenmindestlohn nach dem Arbeitnehmer-Entsendegesetz (AEntG). In der offiziellen Übersicht des Zolls über die Branchenmindestlöhne taucht die Bewachungsbranche nicht auf. Gelistet sind dort etwa Gebäudereinigung, Dachdeckerhandwerk und Pflege — aus dem Sicherheitsbereich ausschließlich die Sicherheitskräfte an Verkehrsflughäfen.
Für die Luftsicherheit existiert also ein echter, bundesweit verbindlicher Branchenmindestlohn. Für den klassischen Objekt-, Revier- oder Veranstaltungsdienst existiert er nicht.
Der Lohn im normalen Bewachungsgewerbe ergibt sich stattdessen aus regionalen Tarifverträgen zwischen dem BDSW und ver.di. Diese binden unmittelbar die tarifgebundenen Unternehmen. Ob ein Tarifvertrag darüber hinaus für allgemeinverbindlich erklärt wurde, hängt von einer befristeten Erklärung nach § 5 TVG ab. Solche Erklärungen laufen aus und werden nicht automatisch verlängert. Wer sich auf eine Allgemeinverbindlichkeit beruft, sollte den aktuell gültigen Stand prüfen, statt eine ältere Bekanntmachung fortzuschreiben.
Was zahlt der BDSW-Tarifvertrag in Hamburg 2026?
Die folgenden Sätze stammen aus der Entgeltübersicht des BDSW mit Stand 1. Januar 2026. Die Laufzeit des Hamburger Tarifvertrages reicht vom 1. Januar 2026 bis zum 31. Dezember 2027.
| Tätigkeit | Stundenlohn Hamburg 2026 |
|---|---|
| Objektschutz / Separatwachdienst | 14,60 € |
| Veranstaltungsdienst | 14,60 € |
| Revierwachdienst | 14,77 € |
| Betriebseigene Notruf- und Serviceleitstelle | 14,77 € |
| IHK-geprüfte Werkschutzfachkraft | 16,17 € |
| Fachkraft für Schutz und Sicherheit | 16,17 € |
Zwischen der einfachen Bewachung und der geprüften Fachkraft liegen 1,57 Euro pro Stunde. Auf eine Vollzeitstelle mit rund 168 Stunden im Monat gerechnet sind das etwa 264 Euro brutto mehr. Das ist der wirtschaftliche Grund, warum sich die Prüfung für viele lohnt.
Die Angaben des BDSW erfolgen ohne Gewähr. Maßgeblich sind immer der Tarifvertrag in seiner geltenden Fassung und der individuelle Arbeitsvertrag.
Welche Zuschläge kommen auf den Stundenlohn?
Der Grundlohn ist nur ein Teil der Rechnung. Für Hamburg sieht der Tarif diese Zuschläge vor:
- Nachtzuschlag: 15 Prozent, zwischen 20:00 und 06:00 Uhr
- Sonntagszuschlag: 50 Prozent
- Feiertagszuschlag: 100 Prozent
Praktisch heißt das: Eine Nachtstunde im Objektschutz bringt 16,79 Euro statt 14,60 Euro. An einem Feiertag verdoppelt sich der Grundlohn auf 29,20 Euro. Wer überwiegend nachts und am Wochenende eingesetzt wird, liegt deutlich über dem Tabellenwert. Im Bewachungsgewerbe ist das die Regel, nicht die Ausnahme.
Was ändert sich 2027?
Zum 1. Januar 2027 steigt der gesetzliche Mindestlohn auf 14,60 Euro. Das ist exakt der Betrag, den der Hamburger Tarif 2026 für den Objektschutz vorsieht.
Sofern in der laufenden Tarifperiode keine weitere Erhöhungsstufe greift, verschwindet damit im untersten Lohnsegment der Tarifvorsprung. Objektschutz und Veranstaltungsdienst lägen dann auf dem gesetzlichen Minimum. Ein Abstand bliebe nur in den oberen Gruppen: Revierdienst, Leitstelle und die geprüften Fachkräfte.
Für Beschäftigte ist das ein Argument für die Qualifikation. Für Auftraggeber ist es ein Hinweis auf die Kostenentwicklung. Ein Anbieter, der heute sehr knapp kalkuliert, muss spätestens 2027 nachziehen. Wer jetzt einen Mehrjahresvertrag abschließt, sollte nach der Preisanpassungsklausel fragen.
Warum verdient eine Fachkraft für Schutz und Sicherheit mehr?
Der Unterschied liegt in der Qualifikation nach § 34a Gewerbeordnung. Sie kennt zwei Stufen.
Die Unterrichtung ist ein Lehrgang von 40 Stunden bei der Industrie- und Handelskammer. Es gibt keine Prüfung, sondern eine Teilnahmebescheinigung. Sie genügt für einfache Bewachungsaufgaben, etwa im Objektschutz, im Werkschutz oder im Pfortendienst.
Die Sachkundeprüfung ist eine echte IHK-Prüfung mit schriftlichem und mündlichem Teil. Sie ist vorgeschrieben für Kontrollgänge im öffentlichen Verkehrsraum, für Kaufhausdetektive, für Einlasskontrollen an konfliktträchtigen Türen, für Geld- und Werttransporte und für jeden, der ein Bewachungsunternehmen führen will.
Darüber liegen die Ausbildungsberufe: die IHK-geprüfte Werkschutzfachkraft und die Fachkraft für Schutz und Sicherheit. Beide sind im Hamburger Tarif mit 16,17 Euro eingruppiert.
Was bedeutet der Tariflohn für den Preis eines Sicherheitsdienstes?
Tariflohn und Stundensatz sind zwei verschiedene Zahlen. Der Tariflohn ist das, was die Kraft bekommt. Der Stundensatz ist das, was der Auftraggeber zahlt.
Dazwischen liegen die Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung, bezahlter Urlaub, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, Ausrüstung, Fahrzeuge, Haftpflicht, Einsatzleitung, Verwaltung und die Marge. Aus 14,60 Euro Tariflohn werden am Markt deshalb 25 bis 35 Euro Stundensatz im Objektschutz.
Diese Rechnung ist auch ein Prüfstein für Angebote. Ein Stundensatz, der sich dem reinen Personalvollkostensatz nähert, lässt sich seriös nicht darstellen. Wie sich der Preis im Einzelnen zusammensetzt, steht unter Kosten Sicherheitsdienst Hamburg und ausführlich im Beitrag Was kostet ein Sicherheitsdienst 2026?
Häufige Fragen
Wie viel verdient ein Sicherheitsmitarbeiter in Hamburg 2026?
Nach dem BDSW-Tarif 14,60 Euro brutto pro Stunde im Objektschutz und im Veranstaltungsdienst, 14,77 Euro im Revierdienst und in der Leitstelle sowie 16,17 Euro als geprüfte Werkschutzfachkraft oder Fachkraft für Schutz und Sicherheit. Dazu kommen Zuschläge für Nacht-, Sonntags- und Feiertagsarbeit.
Ist der Tariflohn im Sicherheitsgewerbe höher als der Mindestlohn?
2026 ja: 14,60 Euro im Objektschutz gegenüber 13,90 Euro gesetzlichem Mindestlohn, also 70 Cent mehr pro Stunde. Zum 1. Januar 2027 steigt der gesetzliche Mindestlohn auf 14,60 Euro und erreicht damit den heutigen Objektschutz-Tarif.
Gilt der BDSW-Tarif für jede Sicherheitsfirma?
Unmittelbar bindet er tarifgebundene Unternehmen. Eine darüber hinausgehende Allgemeinverbindlichkeit setzt eine befristete Erklärung nach § 5 TVG voraus, deren Geltung für den jeweiligen Zeitraum zu prüfen ist. Die gesetzliche Untergrenze von 13,90 Euro gilt dagegen ausnahmslos für jeden Arbeitgeber.
Gibt es regionale Unterschiede beim Tariflohn?
Ja. Die Tarifverträge im Bewachungsgewerbe werden je Bundesland verhandelt, mit eigenen Laufzeiten und eigenen Tabellen. Ein direkter Vergleich zwischen zwei Bundesländern ist nur sinnvoll, wenn beide Tarifverträge im selben Zeitraum gelten.
Wie viele Menschen arbeiten in der Sicherheitsbranche?
Nach Angaben des BDSW waren zum 30. Juni 2025 rund 290.900 Menschen in der Sicherheitswirtschaft beschäftigt, davon knapp 277.000 in privaten Wach- und Sicherheitsdiensten. Das ist der höchste bislang erfasste Stand.
Quellen
- BDSW, Entgeltübersicht für Sicherheitsmitarbeiter, Stand 1. Januar 2026
- Bundesministerium für Arbeit und Soziales, gesetzlicher Mindestlohn ab 1. Januar 2026
- Zoll, Übersicht der Branchenmindestlöhne nach dem Arbeitnehmer-Entsendegesetz
- BDSW, Beschäftigtenzahlen der privaten Sicherheitswirtschaft, Stand 30. Juni 2025
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Geschrieben vom Team der CESAR Security UG — IHK-zertifizierter Sicherheitsdienst in Hamburg. Alle Lohnangaben ohne Gewähr; maßgeblich sind der jeweils gültige Tarifvertrag und der Arbeitsvertrag.

